Biodiversität war für uns schon immer wichtig. Mit der Umstellung auf Biolandbau im Jahr 1992 und mit der Pflanzung von drei Hecken und der Anlage einer grossen Blumenwiese machten wir damals einen ersten grossen Schritt zur Biodiversitätsförderung. Mit dem Projekt „Revitalisierung Storchematt“ machen wir nun einen zweiten Schritt. Wir verdreifachen die Blumenwiesen, schaffen drei neue Teiche und eine neue Feuchtwiese im Chonufingemoos.
Feuchtwiese
In Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Sempach und dem Amt für Naturförderung des Kantons Bern entstand die Vision einer Feuchtwiese in der Storchematt. Das Chonufingemoos war bis ins 19. Jahrhundert ein Überschwemmungs- und Moorgebiet. Zwei Meliorationen verwandelten das Sumpfgebiet in das heutige, drainierte Ackerland. Damit verschwanden die feuchtigkeitsliebenden Pflanzen und Tiere. Ab dem Jahr 2027 wollen wir ein ganzes Drainagefeld wieder stauen, vernässen und zeitweise überfluten und damit feuchteliebenden Pflanzen und Tieren einen Teil ihres verlorenen Lebensraums zurückgeben. Laut Vogelwarte Sempbach fehlen in der Schweiz „Tankstellen“ für Watvögel. In der Storchematt sollen sie auf ihrem Zug in den Norden Futter finden. Mit einer bleibenden Wasserfläche bis Mitte August wollen wir zudem Libellen fördern. Schön wäre es, wenn diese Massnahme zu einem Auftauchen der bedrohten Sumpfheidelibelle in unserem Tal führen würde.
Die untenstehenden Fotos haben wir an der „Alten Zihl“ in Yverdon gemacht. Wunderschön wäre es, wenn diese Tiere in Zukunft auch in der Storchematt Halt machen würden.

Flussregenpfeifer und Kampfläufer

Grünschenkel
Drei Teiche
Mit drei neuen Teichen möchten wir Lebensraum für Erdkröten, Geburtshelferkröten, Bergmolche und Ringelnattern schaffen.



Skizzen: Christian Bay, Konolfingen, Garten- und Landschaftsgestalter
Landlebensräume
Indem wir die Blumenwiesen mehr als verdreifachen schaffen wir neuen Lebensraum für Insekten und Tiere, die von diesen leben. Ein Teil der Blumenwiesen dient dabei als Korridor zur Vernetzung der verschiedenen Lebensräume über unseren gesamten Hof. Mit folgenden Gestaltungselementen werten wir die Wiesen zusätzlich auf: Altgrashaufen für Ringelnattern. Sandlinsen für Wildbienen. Altholzhaufen für Käfer und Zauneidechsen. Steinlinsen für Wiesel. Einzelbüsche, Buschgruppen, Einzelbäume und Hecken für die Vogelwelt.
Plan „Revitalisierung Storchematt“

Pilotprojekt
Die Storchematt ist das erste Feuchtgebiet im Kanton Berm, welches von einer Solar-Grundwasserpumpe gespeist werden kann. Beim Planungsstart war uns nicht bewusst, wie viele verschiedene Interessen auf einem einzigen Stück Landwirtschaftsland zusammentreffen. Das Ingenieurbüro IMPULS AG in Thun hat das Projekt für uns ausgearbeitet und alle Herausforderungen auf dem Weg zur Bewilligung souverän gemeistert.
Unterstützung
Wir sind dankbar für die Unterstützung durch die untenstehenden Organisationen. Nur dank ihnen wurde das Projekt ermöglicht.
Amt für Naturförderung (fachlich), BKW Energie AG Ökofonds, Energie Thun AG, Energie Wasser Bern Ökofonds naturemade, Renaturierungsfonds des Kantons Bern, Rotary Club Konolfingen, Vogelwarte Sempach (fachlich und finanziell).
Umsetzung
Umgesetzt wird das Projekt von den folgenden Unternehmen:
Bay Christian, Garten- und Landschaftsgestaltung, Konolfingen. Gerber Tiefbau, Madiswil. Stucki Bagger GmbH, Oberthal.
Bauführung und Koordination: Impuls AG Wald Landschaft Naturgefahren, Thun
.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.